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Bennauer Steg

Bericht des Ingenieurs

Eine einhüftige Schrägseilbrücke für Fussgänger überspannt seit kurzem die Hauptstrasse von Biberbrugg nach Einsiedeln im Kanton Schwyz. Mit ihrer roten Stahlkonstruktion, dem transparenten Geländer und der in den Handlauf integrierten Beleuchtung ist sie auffallend und zurückhaltend zugleich.

Der Bennauer Steg ist ein Werk des Ingenieurbüros Bänziger, Köppel, Brändli und Partner aus Chur und ging als Sieger aus einem Projektwettbewerb hervor, zu dem das Tiefbauamt des Kantons Schwyz fünf Ingenieurbüros eingeladen hatte.

 

In die Landschaft eingepasst

Der Bauherr wünschte sich eine neue «Wegmarke» im langgezogenen Taldurchgang, die das «Tor nach Einsiedeln» optisch markiert. Gleichzeitig sollte die Brücke Rücksicht auf die naturnahe Auenlandschaft entlang des Flusses Alp nehmen, die im Rahmen des Strassenausbaus ökologisch aufgewertet und für die Bevölkerung besser zugänglich gemacht wird.

Die Projektverfasser entschieden sich deshalb für eine einhüftige Schrägseilbrücke, die die Flusslandschaft, das Trassee der Südostbahn und die angrenzende Böschung stützenfrei mit einer Spannweite von gut 60 Metern überquert sowie die Kantonsstrasse mit einer Spannweite von rund 20 Metern. Als Abstellbasis für den 22 m hohen, nach vorn geneigten Pylon dient eine Betonscheibe, die in die Stützmauer der Kantonsstrasse am Südrand des Flusses integriert ist. Diese Betonscheibe ist mit zwei Bohrpfählen von 120 cm Durchmesser und 10 m Länge kolksicher fundiert.

Die beiden Widerlager wurden gut in die Umgebung eingepasst, so dass sie kaum sichtbar sind. So ist das Widerlager südlich der Strasse (Seite Altberg) fast vollständig in die angrenzende Bruchsteinmauer des Wanderweges eingebettet. Das Widerlager auf der gegenüberliegenden Brückenseite, bestehend aus einer Fundamentplatte, einer Rückwand und zwei Flügelmauern, ist fast ganz eingeschüttet.

Der Brückenträger besteht in Längsrichtung aus zwei aussen angeordneten Rohrprofilen, welche im Abstand von 2 m durch ebenfalls rohrförmige Querträger verbunden sind. Die insgesamt 12 ausserhalb des Geländers angeordneten Schrägseile durchdringen zur Verankerung die Längsträger. Alle Kabel sind regulier- und ersetzbar. Es wurden Kabeleinheiten mit einer maximalen Gebrauchslast von 1250 kN verwendet. Die Seildurchmesser im langen Feld betragen 52 mm und auf der Seite Altberg 90 mm.

 

Transparenz für einen freien Blick

Für den Gehweg wurden 2,10 m breite Granitsteinplatten verwendet. Ein rund 10 mm breiter Fugenspalt zwischen den Platten sorgt dafür, dass das Oberflächenwasser abfliessen kann. Das Brückengeländer besteht aus durchsichtigen Verbundsicherheitsgläsern, die über Pfosten auf den Querträgern gehalten werden. «Wir wollten keine Barriere im Gelände» erklärt Christian Florin. «Das transparente Geländer ermöglicht den freien Durchblick auf die dahinterliegende Landschaft.» Trotzdem versteckt sich die Brücke nicht, dafür sorgt die rote Farbe aller tragenden Elemente. Gehwegplatten und Handlauf sollen mit ihren grau-silbernen Farbtönen dagegen die optische Verbindung zum gekiesten Wanderweg herstellen.

 

LED-Leuchten säumen den Weg

Beleuchtet wird die Brücke über LED-Leuchten, die in die beiden Handläufen aus Chromstahl integriert sind und abends zusammen mit der Strassenbeleuchtung mittels Dämmerungsschalter automatisch eingeschaltet werden. «Durch dieses indirekte Licht werden Fussgänger und Autofahrer nicht geblendet», so Florin. Die Reflektionen an den Glasscheiben sowie an den Granitplatten ergeben ausserdem interessante Effekte, die die Brücke auch nachts elegant und urban erscheinen lassen.

Christian Florin
Ingenieurbüro Bänziger, Köppel, Brändli und Partner, Chur

 

LED-Leuchten für den «Bennauer Steg»

Die LED-Leuchten sind ein integraler Bestandteil der beidseitigen Chromstahl-Handläufe des Fussgängersteges. Die verdeckte Platzierung im Handlauf und die Ausstattung der LED-Leuchten mit einer optimierten Lichttechnik ermöglichen eine gleichmässige, blendfreie Beleuchtung der Brücke. Linearlinsen mit definiertem Abstrahlwinkel kontrollieren die Lichtverteilung. Pro Handlauf bilden jeweils 43 Rohrleuchten eine durchgängige Lichtlinie. Mit einer Gesamtleistung der LED-Leuchten von 1486 Watt, das entspricht einer Leistung pro Laufmeter der Brücke von 16,5 Watt, ist dem Wunsch des Bauherrn nach einer energieeffizienten Beleuchtung entsprochen.

Projekt

Fussgängerbrücke «Bennauer Steg»

Bauzeit

2005

Bauherr

Tiefbauamt des Kantons Schwyz

Lichtkonzept und -realisierung

Lichtmanufaktur Fluora

Lichtlösung finden leicht gemacht.


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